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Alle Preisträger

Preisträger des Awards: "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien - Leipziger Medienpreis"

2020

Best Benjamin
"Best ist einer der herausragenden Kräfte des deutschen Sportjournalismus, dessen Arbeiten weltweit ausstrahlen. Mit gleichermaßen wirtschaftlichem wie sportlichem Sachverstand schaut er gewissenhaft und tiefgründig hinter die glitzernden Kulissen der globalen Sportwelt, etwa auf das Thema Wettbetrug und auf Menschenrechtsverletzungen im Umfeld großer Sportereignisse. In der Sportreportersprache würde man sagen: Best geht dorthin, wo es wehtut. Das macht ihn in größtem Maße preiswürdig."
Ismayilova Khadija
"Seit Jahren gehört Aserbaidschan zu den Ländern weltweit, in denen die Pressefreiheit am stärksten bedroht ist. Unter diesen Bedingungen arbeitet Ismayilova als international bekannte und einflussreiche Investigativ-Journalistin. ... Als eine der Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Abhörpraxis des Bundesnachrichtendienstes im Ausland zeigte sie jüngst, dass auch wir in Deutschland zur Pressefreiheit weltweit unsere Beiträge leisten können. Deshalb erhält sie in diesem Jahr unseren Preis."

2019

Wolf Armin
Preis an den Nachrichtenmoderator und stellvertretenden Chefredakteur beim ORF für "unabhängigen Journalismus mit offenem Visier". Seine demokratische Grundhaltung und sein aufklärerisches Nachfragen machten ihn zu einem wichtigen Protagonisten der Meinungs- und Pressefreiheit in den Medien seines Landes.
Ginzel Arndt und Gerber Gerald
Preis an die beiden MDR-Journalisten Arndt Ginzel (Investigativjournalist) und Gerald Gerber (Kameramann) für ihre Pegida-Berichterstattung. Aus der Jurybegründung: "Der Arbeit von Ginzel und Gerber ist es zu verdanken, dass die Diskussion über Fragen der Pressefreiheit, den Schutz von Journalisten und den Umgang mit gewaltbereiten Kritikern journalistischer Arbeit in Deutschland verstärkt geführt wird."

2018

Tomasz Piatek
Polnischer Journalist, Schriftsteller und Sprachwissenschaftler, der in einem Buch die engen Verbindungen des polnischen Verteidigungsministers zum Umkreis von Putin, russischem Geheimdienst und kriminellen Gruppen in Russland recherchierte.

2017

Asli Erdogan
Berichtet über die Haftbedingungen in türkischen Gefängnissen, über Gewalt gegen Frauen und staatliche Repressionen gegen Kurden. 2016 wurde die Schriftstellerin im Rahmen einer Verhaftungswelle bei "Özgür Gündem" festgenommen, nachdem die Staatsanwaltschaft die Schließung der Zeitung angeordnet hatte, forderte für sie lebenslange Haft. Ende Dezember 2016 wurde sie unter Auflagen freigelassen. Der Prozess gegen sie läuft (Stand Sept. 2017).
Deniz Yücel
Deutsch-türkischer Journalist, der seit 2015 als Korrespondent für deutsche Medien in der Türkei arbeitet. Weil er über Korruption sowie über den Kurdenkonflikt berichtete, wurde er mehrfach von türkischen Behörden verhaftet. Seit März 2017 in Untersuchungshaft, Yücel wird Terrorpropaganda vorgeworfen, weil er ein Interview mit dem PKK-Anführer Cemil Bayik geführt hatte. Seine strafrechtliche Verfolgung gilt als politisch motiviert.

2016

Can Dündar
Can Dündar, ehemals für die türkische Zeitung "Cumhuriyet" aktiv, setzt sich für Pressefreiheit ein. Er und Erdem Gül gelten seit den Enthüllungen um einen geheimen Militärtransport der Türkei nach Syrien als Staatsfeinde der Türkei, wo ihnen seit 2016 wegen Spionage der Prozess gemacht wird.
Erdem Gül
Erdem Gül, ehemals für die türkische Zeitung "Cumhuriyet" aktiv, setzt sich für Pressefreiheit ein. Er und Can Dündar gelten seit den Enthüllungen um einen geheimen Militärtransport der Türkei nach Syrien als Staatsfeinde der Türkei, wo ihnen seit 2016 wegen Spionage der Prozess gemacht wird.

2015

Jafar Panahi
"Der iranische Filmemacher begreift seine Arbeit als einen Beitrag zur Liberalisierung seines Landes. Auch gegen Zensur und Publikationsverbote hat er es immer wieder geschafft, uns einen anderen, einen widersprüchlichen Iran zu zeigen. Für die Weltöffentlichkeit, denn niemand Geringeres ist Adressat seiner Filme, ist er ein Hoffnungsträger für Veränderungen in seiner Heimat geworden."
Nedim Sener
Nedim Sener sei einer der renommiertesten Journalisten der Türkei, "dessen Bücher, Recherchen und Reportagen immer wieder das fein gesponnene Netz von Staat, Geheimdienst und Justiz aufgedeckt haben".

2014

Farida Nekzad
Die afghanische Journalistin wird für ihr Bemühen um eine pluralistische Öffentlichkeit in Afghanistan ausgezeichnet. (Preisgeld 15.000 Euro.)
Aram Radomski, Siegbert Schefke, Roland Jahn und Christoph Wonneberger
Die Preisträger sind Akteure der Friedlichen Revolution 1989 in der ehemaligen DDR sowie der oppositionellen Bewegung in deren Vorfeld. Sie werden für ihren Kampf um die Presse- und Meinungsfreiheit in der ehemaligen DDR ausgezeichnet. (Preisgeld für die Gruppe 15.000 Euro.)

2013

Tongam Rina (Indien)
Berichtete als Reporterin der "Arunachal Times" u. a. über Korruption, Umweltskandale, militärische Operationen, die Situation von Frauen in Indien. 2012 wurde sie von Unbekannten niedergeschossen und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Derzeit ist sie Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und will von Deutschland aus weiter recherchieren. Diese Unbeugsamkeit macht sie - wie auch ihre frühere Arbeit als Präsidentin der Journalisten-Gewerkschaft in Arunachal Pradesh - zu einem Vorbild für Nachwuchsjournalisten in Indien.
Jörg Armbruster, Martin Durm (beide Deutschland)
Jörg Armbruster (ARD-Korrespondent) und Martin Durm (SWR-Hörfunkreporter) werden für ihre Berichterstattung aus Syrien als Team ausgezeichnet. Sie haben das Risiko auf sich genommen, unabhängig und authentisch vom Leid der Menschen im Bürgerkriegsland Syrien zu berichten, das für Journalisten derzeit neben Somalia als eines der gefährlichsten Länder der Welt gilt. Die Arbeit der beiden Journalisten ist nicht hoch genug einzuschätzen, da aus Syrien oftmals nur dubioses Bildmaterial aus zweiter Hand vorliegt, das auch manipuliert sein könnte.
Brigitte Alfter (Dänemark), Ides Debruyne (Belgien)
Initiatoren des Journalismfund.eu. Alfter und Debruyne erkannten den Bedarf an gründlichen Recherchen zu europäischen Themen, bei deren Bearbeitung Journalisten nicht durch Ländergrenzen behindert werden sollten. Die Stipendien der Organisation ermöglichen es Journalisten, in multinationalen Rechercheteams zusammen zu arbeiten. Ein Musterbeispiel für die Rolle von Journalismfund.eu ist die lettisch-irische Recherche zu den "Lettischen Bräuten". Die Veröffentlichung führte zu Gesetzesinitiativen in beiden Ländern.
"The Guardian" und Glenn Greenwald
Die britische Tageszeitung "The Guardian" und der Blogger und Journalist Glenn Greenwald haben dazu beigetragen, die weltweiten Überwachungspraktiken US-amerikanischer Geheimdienste zu enthüllen.

2012

Ana Lilia Pérez (Mexiko)
Die investigative Journalistin Ana Lilia Pérez gilt als eine der renommiertesten Reporterinnen Mexikos, die seit Jahren die Machenschaften des organisierten Verbrechens und seiner Komplizen in der mexikanischen Politik aufdeckt. Wegen Morddrohungen befindet sie sich derzeit zu einem einjährigen Studienaufenthalt in Deutschland.
Balázs Nagy Navarro, Aranka Szávuly (Ungarn)
Die beiden ungarischen Journalisten waren bis vor Kurzem Redakteure beim öffentlich-rechtlichen ungarischen Fernsehen "MTV". Aus Protest gegen Manipulationen in Nachrichtensendungen durch Parteigänger der Orban-Regierung traten sie im Dezember in einen dreiwöchigen Hungerstreik. Daraufhin wurden sie widerrechtlich auf die Straße gesetzt und werden seitdem von den von der Regierung kontrollierten Medien kritisiert und diffamiert.
Bettina Rühl (Deutschland)
Bettina Rühl ist seit 1988 freie Journalistin und Feature-Autorin mit dem Schwerpunkt Afrika. Seit April 2011 ist sie freie Afrika-Korrespondentin in Nairobi und arbeitet unter anderem für den Evangelischen Pressedienst (epd), die ARD, den Deutschlandfunk und verschiedene Zeitungen. 2011 berichtete sie unter besonders heiklen Bedingungen über die Situation im vom Bürgerkrieg gezeichneten Mogadischu.

2011

Oleg Kaschin, Russland
Stefan Buchen, Deutschland
Fahem Boukaddous, Tunesien

2010

Sayed Yaqub Ibrahimi, Afghanistan
Kurt Westergaard, Dänemark
Assen Yordanov, Bulgarien

2009

Roberto Saviano, Italien
Dusan Miljus, Kroatien
Ahmet Altan, Türkei

2008

Alan Johnston, Großbritannien
Susanne Fischer, Deutschland
Win Tin, Myanmar

2007

Akbar Ganji, Iran
Dr. Wolfram Weimer, Deutschland
Vasil Ivanov, Bulgarien

2006

Alina Anghel, Moldawien
Prof. Dr. Volker Lilienthal, Deutschland
Fabrizio Gatti, Italien

2005

Seymour M. Hersh, USA
Anna Politkowskaja, Russland
Hans-Martin Tillack, Deutschland
Britta Petersen, Deutschland/Afghanistan

2004

James Nachtwey, USA
"La Voz de Galicia", Spanien
Journalisten helfen Journalisten e.V., Deutschland

2003

Daoud Kuttab, Palästina
Gideon Levy, Israel
Wladimir Mostowoj, Ukraine
Netzwerk Recherche e.V., Deutschland

2002

Grigorij Pasko, Rußland
Jolana Voldánová, Tschechien
Simone Wendler, Deutschland

2001

Prof. David Protess, USA
Renate Flottau, Deutschland
Thomas Mayer, Deutschland